Archiv der Kategorie: Marionettenkunst

Die Dame ohne Daumen

Frau Groß: Ach herrjeh, Herr Doktor Hilf, sehen Sie nur. Unsere freundliche Frau Nora Nachtigall hat stets ein Lächeln für uns parat. Nur hat sie gerade ein wenig Schwierigkeiten, sich um die verletzten Vögelchen zu kümmern. Der Tragekorb, mit dem sie die kleinen Tierchen in ihr wundersames Häuschen bringt, ist doch recht schwer. Und, Herr Doktor, hier liegt das Problem. Leider hat Frau Nachtigall auf ihrer Reise einen Daumen verloren. Wir haben ihn natürlich überall gesucht, aber weder Fuchs noch Igel, weder Wolf noch Gans haben ihn gesehen.   Überhaupt hat ihn niemand gesehen. Ach, meine Nerven. Ich darf mich doch nicht aufregen … Ich …“

Doktor Heribert Hilf: „Ganz ruhig, Frau Groß. Sie haben es genau richtig gemacht, Frau Nachtigall zu mir zu bringen. (Klicke auf „Weiterlesen“ beim Runterscrollen)

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Die Marionette für Räuber Hans

Ohje, liebe Kinder und Gäste! Da liegt er nun, der gesuchte Räuber Hans! Es sieht fast so aus, als wäre er … äh … ein wenig benommen. Ob wohl gleich die Polizei erscheint, um nachzusehen, was hier passiert ist? Aber nein! Ihr wisst doch, wie das kleine Kinder machen, wenn sie im Supermarkt etwas nicht bekommen. Dann werfen sie sich auf den Boden und schreien und strampeln! Und Hans konnte es so gar nicht leiden, dass ich ihn für seinen Auftritt in Abenteuer in Flaggenstein gebadet habe! Jetzt liegt er da und schmollt! Schau nur, wie schmutzig das Badewasser geworden ist.

Hans hat sich wohl lange in einem Keller versteckt. Dort wurde er aufgestöbert und auf einer Tauschbörse angeboten. Eine liebe Freundin hat ihn – zusammen mit einem Piraten und einem Drachenbaby – für mich eingelöst! Und als er zu mir kam, stank er wie ein Räuber. Die Fäden waren beschädigt und, naja, ich glaube, da hilft auch kein Waschen, grimmig hat er geschaut.

Für unsere Verfilmung des Kinderbuches  ist Hans die ideale Besetzung. Es handelt sich dabei um eine Puppe der berühmten Marionettenschmiede Pelham in England! Falls das schon Werbung ist, dann der Hinweis: Unbezahlte Werbung ;-). But don’t worry. Hans can speak german!  Die Pelhamfiguren sind  in den 70er/ 80er Jahren die  Spitzenmarionetten  in den Spielwarengeschäften gewesen. Als kleiner Junge ging ich oft mehrmals die Woche in den Laden und schaute nach den Figuren. Sie waren in gelbe Kartons gepackt und in dieser Zeit durfte man nichts anfassen. Eine Verkäuferin zeigte dann hin und wieder die Figuren. Allerdings musste ich mich oft für die günstigeren Puppen aus der ehemaligen DDR entscheiden. Umso mehr freut es mein Kinderherz, wenn ich wieder  ein altes Püppchen entdeckt habe und es günstig erwerben konnte. Denn das ist ja das Konzept unseres Projektes. Viel Fantasie und Freude mit wenig finanziellem Aufwand zu erzeugen!

Natürlich heißt diese Pelhamfigur nicht wirklich „Hans“, sondern „Giant“, also Gigant oder Riese! Er gehört zu den größten Figuren dieser Reihe. Aber das haben Riesen wohl so an sich.

Pelhamfiguren lassen sich gut bewegen und besitzen farbige Fäden, damit man sie besser den Händen und Beinen zuordnen kann. Ach schau nur, inzwischen sind die Haare von Hans getrocknet und er sieht doch eigentlich ganz hübsch aus oder? Also für einen Räuber, meine ich…

In meiner ersten Flaggensteinlektion „Wie man einen Drachen rettet“ kannst du Hans zum ersten Mal in Folge 1 „Wie alles begann“ sehen. Er versteckt sich im Wald und hat seinen Knüppel parat, um seine Wut auf die Welt an Schwächeren auszulassen. Zumindest droht er damit, denn er hat das Fahndungsfoto am alten Baum entdeckt! „Da kann ich richtig wütend werden!“, schimpft er, denn die Leute behaupten manchmal Dinge über ihn, die gar nicht stimmen.

Nun sei doch nicht so Hans, sage ich und mache ihm Mut. Schließlich hat er die Ehre, in unserem Film mitzuspielen. Wenn du dir die Folgen ansiehst, dann wirst du vielleicht bald erkennen, dass Hans … ach, ich darf ja nichts verraten. Ich schweig ja schon. Also, ich meinte, wir würden uns freuen, wenn du uns unterstützt, indem du ins Goldene Buch von Flaggenstein schreibst, unsere Videos schaust oder was dir sonst noch alles Gutes einfällt. Ach, wir lieben es, wenn du Bilder von der Geschichte malst und wir sie hier veröffentlichen dürfen! Also: Folgen schauen, Lieblingsszene oder Figur wählen und ran an die Stifte oder Pinsel!

Und am Ende guckt er ja eigentlich doch ganz nett. Und sieh nur, wie niedlich er aussieht. Da sind seine Eltern und Großeltern sicher stolz auf ihn! Ab und zu hilft es halt doch, mal zu Duschen oder zu Baden ;-)…

(c) Michael Kästner

Natürlich ist die Marke Eigentum der Firma Pelham. Unsere Copyrighthinweise beziehen sich deshalb lediglich auf den Text und die Fotos, damit sie nicht unerlaubt verteilt werden.

Wie man einen Drachen rettet – Folge 3 als Video

Oh je – Lukas wurde in den dunklen Kerker der Burg gebracht. Hier wacht der Kerkermeister Dieter Dietrich über den Jungen. Wie man einen Drachen rettet – Folge 3 als Video weiterlesen

Talente gibt es überall

Haha, diese Bande! Hier steht’s: „Das Marionettenprojekt Abenteuer in Flaggenstein ist Preisträger des VR-Banken-Wettbewerbs „Jugend & Fantasie 2017“. Die Voter erkämpften für die Gruppe des Erich Kästner-Förderzentrums sogar den 4. Platz und heimsten ein fettes Preisgeld ein!“

Jetzt bilden die sich bestimmt etwas darauf ein! Dabei bin ich, Paul Plaudertasche, der beste Reporter der Welt! Sollen die doch feiern, aber bald werden sie Augen machen. Im September 2017 kommt endlich die 3. Folge des Marionettenprojekts heraus und da wird man dann erleben, wie ich das Drachenei stehle und damit 1 Million Taler mache, haha! Ach und einen Film über das Marionettenprojekt haben sie jetzt auch herausgebracht. Mir doch egal! Hier könnt ihr euch anschauen, wie so eine Folge entsteht, hahaha. Ich freue mich schon, haha, euch im September wiederzusehen. Dann erinnert euch an mich: PAUL PLAUDERTASCHE!!!

Flaggenstein wünscht Frohe Ostern!

Liebe Gäste und Kinder,

wir gehen nun in die Osterpause und bedanken uns bei den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen ganz herzlich für die tapferen und geduldigen Projekttag. Heute haben wir noch einmal mit Gastspielern ein paar Szenen gedreht und wir kamen wieder gut voran:

Nach den Ferien machen wir dann mit den Förderschülerinnen und schülern weiter. Wir können berichten, dass die spannende Kerkerszene bald abgeschlossen werden kann! Danach zieht unser Koffertheater wieder in die renovierten Räumlichkeiten um. Hier haben wir dann wieder mehr Ordnung und Übersicht. Nach dem Abschluss der Kerkerszene werden wir an einer ganz lustigen Zwischenszene drehen. Mehr verraten wir aber noch nicht ;-). Wenn diese Szene dann im Kasten ist und die Filmbearbeitung und Vertonung erfolgt ist, präsentieren wir Folge 3. Was haltet ihr vom Folgentitel „Geisterstunde“ oder „Ein gefährlicher Besuch“?

Jetzt wünschen wir allen Frohe Ostern und noch einmal vielen Dank für das schöne Projekt. Wir lieben es!

Frohe Weihnachten überall

Liebe Kinder und Besucher/innen von Flaggenstein,

nicht überall geht es so friedlich und liebevoll zu wie in Flaggenstein. Natürlich gibt es auch hier Abenteuer zu bestehen, doch niemand braucht Angst haben.

In der echten Welt ist das manchmal anders. Jedoch lasst euch sagen, dass das Leben wunderschön und magisch sein kann. Es gibt so viele Dinge zum Entdecken, Staunen und Lachen. Das Tolle daran ist, dass wir alle die Welt schöner machen können, indem wir freundlich zu anderen sind und versuchen, andere auch mal zu verstehen, wenn sie eine andere Meinung haben als wir. Wichtig ist, sich gegenseitig in seiner Besonderheit anzunehmen und nicht so sehr zu streiten, dass man sich verletzt.

Das Weihnachtsfest ist etwas ganz Besonderes. Da besinnen sich die Menschen darauf, dass es die Liebe und den Frieden gibt und machen sich schöne Geschenke. Manchmal müssen die gar nicht teuer sein. Auch Selbstgemachtes kann das Herz sich freuen lassen. Und „Danke“ ist ein schönes Wort, das man ruhig öfter einmal benutzen kann. Danke für ein schönes Jahr an meine MarionettenspielerInnen und unsere Projektleitung Judith. Danke an alle, die uns dabei unterstützen, wie ein ganzer Film entsteht und dass alle soviel Geduld haben, wenn die Folgen auf sich warten lassen. So, nun kannst du selbst üben, „Danke“ zu sagen. Überlege doch mal, was dich gefreut hat und wer zum Beispiel an Weihnachten an dich gedacht hat. Dann melde dich doch mal bei ihm/ ihr statt nur eine Handynachricht zu schicken. Was meinst du, was für eine Freude du bereitest!

Viele Grüße, fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wünscht dir Michael Kästner.

Zum Bild könnte ich dir natürlich eine Geschichte erzählen, doch Halt! Du hast doch selber Fantasie und sicher tolle Gedanken dazu. Wenn dir etwas Schönes einfällt, schreibe es einfach als Kommentar. Na, ob sich wer traut?

Projektvideos – Wir bei der Arbeit

Hier findest du Projektvideos und lernst unsere Arbeit kennen. Rasch wird klar, dass wir unsere Szenen mit viel Anspruch und Ehrgeiz drehen. Missgeschicke werden weggelacht oder konzentriert übergangen. Fehler oder zu viele Anweisungen auf einmal werden tapfer ignoriert. Jede Projekteinheit dauert ca. 30 bis 45 Minuten und ist meist viel zu schnell wieder um. Doch schau uns doch selbst einmal über die Schultern oder auf die Puppen…

Projektvideo: Übung für die erste Szene von Abenteuer in Flaggenstein. Opa und Lukas sind die Star des Aufzugs:

DAS KOFFERTHEATER

Vor gar nicht langer Zeit fand ich meine vierzig Jahre alten Marionetten in Dachbodenschachteln. Es gelang mir dann in den Folgemonaten, neue Figuren meist sehr günstig zu ersteigern oder gebraucht zu kaufen. Um das Medium der Fadenfiguren zu den Kindern in unsere Gruppen zu bringen, musste eine mobile Lösung her: Ein alter Wanderkoffer und ein nicht mehr benötigtes Regal bildeten die Grundelemente. Mein Ziel war es, eine einfache Marionettenbühne zu bauen. Das Besondere dabei: Eigentlich bin ich nicht gerade handwerklich geschickt ;-). In der Folge des Projekts ist das eigentlich ein Schwerpunkt unseres Strebens: DAS KOFFERTHEATER weiterlesen

Reich ist, wer träumen kann

Der arme Poet Marionettencollage

Es ist ein regnerischer Sommertag und wieder tropft es rhythmisch durch das Dach. Wie du siehst, ist Kasperle zu Hause geblieben und feilt wieder an ein paar Buchstaben für sein Gedicht, das schon seit Jahren kein Ende finden will. Wer es im Leben zu etwas bringen will, der sollte sich nicht allein aufs Träumen verlassen. Doch wehe dem, der gar nicht träumen kann. Er mag einen dicken Geldbeutel haben, doch sein Herz ist arm. Traurig, dass er es am Ende vielleicht gar nicht spürt.

Manchmal, an einem Tag wie diesen, kann man ein wenig loslassen und sich seine eigene kleine heile Welt erträumen. Und nur du selbst weißt, woraus sich dieser kurze Augenblick zusammensetzt. Lass uns nun einmal in das Innere vom Kaperle schauen und zusehen, woran er gerade denkt…

Man könnte meinen, der kleine Poet könne sich nicht einmal einen Teppich leisten. Doch das denkst vielleicht du! In Wirklichkeit siehst du in dieser Szene den wertvollen, hunderte Jahre alten Holzboden des großen Rittersaals in der Nürnberger Kaiserburg! Das glaubst du nicht? Dann sieh nur:

Kaiersburg Nbg Collage k

Die Wände von Kasperles Zimmer findet man in Wirklichkeit in den zugänglichen Gewölben der Würzburger Festung und die Decke sowie das Fenster wurden aus einfachen Unterkünften vom Urlaub am Plattensee in Ungarn entnommen und zu diesem Zimmer zusammengefügt.

Der kleine Poet hat es sich auf einer kleinen Schmuckschatulle gemütlich gemacht und sich in ein Sticktischdeckchen eingekuschelt. Auch der Ofen ist eine Schatulle und als Ofenrohr dient eine kleine Taschenlampe, an die schließlich noch ein Zylinder gehängt ist, der sonst als Verzierung für Flaschen dient.

Das dicke Buch mit den Blumen stammt aus dem Jahre 1965. Meine Oma Rosa (Oma „Hut“) hatte es sich wohl viel später eingebunden und darin kleine Aufzeichnungen gemacht. Vielleicht wird Kasperle eines Tages dazu kommen, die kleinen Buchstaben darin zu lesen und etwas Rührendes darin entdecken.

Natürlich wirst du auch andere kleine Gegenstände finden, die alle zusammen ein wenig ein Bild ergeben, das Kasperle das Gefühl gibt, er habe es schon einmal irgendwo gesehen.

Und vielleicht hast du ja auch schon dieses Gefühl gehabt, die Szene zu kennen? Tatsächlich hat es vor langer Zeit ein berühmter Maler so ähnlich auf Leinwand gezaubert. Oder stand Kasperle vielleicht Modell dafür?

Ach und sieh nur, dass die Jacke links an der Wand fehlt, die man auf dem Originalgemälde bewundern kann. Doch das macht nichts.

Es ist schließlich Sommer in Kasperles Träumen…